Über 100 Jahre Rabensteiner Krankenhaus

Auf historischem Boden entstand ab Oktober 1912 in einjähriger Bauzeit mit einem Kostenaufwand von 500.000 Mark das das erste Krankenhaus eines Bezirksverbandes im Königreich Sachsen.

Der Bezirksverband der Amtshauptmannschaft Chemnitz entschloss sich zur Errichtung einer eigenen Krankenanstalt, da die Krankenanstalten der Stadt Chemnitz bereits ab 1910 kaum mehr in der Lage waren, Patienten von außerhalb zu behandeln. Zum Bezirksverband gehörten damals etwa 45 Gemeinden von Niederfrohna im Norden bis Gornsdorf im Süden und von Pleißa im Westen bis Euba im Osten.

Der Krankenhausbau sollte der Armenversorgung und der öffentlichen Krankenpflege dienen - beides ist in dem Relief „In treuer Pflege" (Bildhauer Felix Pfeiffer, Leipzig) bis heute über dem einstigen Eingangsportal festgehalten.

Die feierliche Weihe des Krankenhauses am 22. Dezember 1913 durch König Friedrich August III. von Sachsen war ein Höhepunkt für die Bevölkerung der umliegenden Gemeinden.

Durch den Ausbruch des Ersten Weltkrieges und die schwierige wirtschaftliche Lage während dieser Zeit war die Entwicklung des Krankenhauses zunächst für einige Jahre unterbrochen. Ab 1924 aber wurde das Krankenhaus unter der Leitung eines hauptamtlichen Chefarztes ständig erweitert und ausgebaut und damit die medizinische und soziale Versorgung der Bevölkerung stark verbessert. So wurden beispielsweise eine Isolierstation für Infektionskrankheiten und Tuberkulose sowie ein Kinderheim (später als Altersheim genutzt) errichtet. Heute befinden sich in diesen Gebäuden die Kinderklinik und die Frauenklinik.

1937/38 begann eine Umgestaltung in der Krankenpflege: Die Schwestern des Deutschen Vereines für Gesundheitspflege wurden von der Sächsischen Schwesternschaft des Deutschen Roten Kreuzes übernommen. Die Ausbildung der Schwestern an der Krankenpflegeschule am Krankenhaus Rabenstein war seit 1927 staatlich anerkannt.

Im Zweiten Weltkrieg gehörte unser Krankenhaus Rabenstein neben seinen Aufgaben bei der Betreuung der Zivilbevölkerung zum Reservelazarett 1 von Chemnitz.

Anschließend diente es als Zentralkrankenhaus der Sowjetischen Aktiengesellschaft Wismut. Mit der Übernahme des Hauses durch die Sozialversicherung Wismut stand es ab 1957 der Bevölkerung der umliegenden Städte und Gemeinden wieder zunehmend zur Verfügung. Dies kommt auch in der zu diesem Zeitpunkt erfolgten Einrichtung von Kliniken für Gynäkologie/Geburtshilfe und Kinderheilkunde zum Ausdruck.

Auf Beschluss des Betriebsgesundheitswesens Wismut hin verlor das Krankenhaus Rabenstein 1969 seine Selbständigkeit.

Dass dies nicht immer zum Wohle unserer Einrichtung war, belegt der Verlust der Klinik für Innere Medizin 1985, nachdem bereits seit 1969 keine Chirurgie mehr am Haus war.

Die Zeit seit 1989 war, wie überall, auch für das damalige Bergarbeiterkrankenhaus Rabenstein eine sehr bewegte.

Ende 1990 wurde es über Nacht für juristisch selbständig erklärt. Durch den Einsatz von Herrn Dr. Funke (Chefarzt der Kinderklinik bis 1996 und Herrn Dr. Viertel (Chefarzt der Frauenklinik bis 1994) gelang es, Kontakte zum Roten Kreuz, speziell dem Verband der Schwesternschaften des DRK e. V., zu knüpfen.

Nach intensiven Vorbereitungen kam es im Juli 1991 zur Gründung der DRK Gemeinnützige Krankenhaus GmbH Sachsen.

Das nunmehrige DRK Krankenhaus Chemnitz-Rabenstein war die erste Gesundheitseinrichtung unter dieser freigemeinnützigen Trägerschaft in den neuen Bundesländern und damit Ausdruck der Veränderung in der Krankenhauslandschaft.

Ein besonderes Ereignis stellt die in diesem Zusammenhang erfolgte Gründung der Schwesternschaft vom DRK Sachsen e.V. dar. Mit der Umsetzung der Ideen und Pläne zur weiteren Entwicklung des Krankenhauses aus dem Jahr 1991 konnte bald begonnen werden.

Besonders der Freistaat Sachsen aber auch die Krankenkassen und die DRK Gemeinnützige Krankenhaus GmbH Sachsen haben für die Beseitigung vorhandener baulicher Mängel und Schäden sowie die Errichtung von Neubauten bisher erhebliche Mittel aufgebracht.

1994 konnte so die Umstellung der Wärmeversorgung von Kohle auf Erdgas abgeschlossen werden. Bis dahin waren die häufig kräftig rauchenden Schornsteine ein markantes Symbol des Krankenhauses.

Von 1994 bis 1996 wurde das alte Hauptgebäude nahezu vollständig einer Sanierung und Umgestaltung im Inneren unterzogen.

Ziel war es, mit einem Aufwand von rund 17 Mio. DM die Hautklinik als Abteilung der Schwerpunktversorgung für den Großraum Chemnitz einzurichten.

Gleichzeitig entstanden Funktionsbereiche, wie Röntgendiagnostik, Endoskopie oder Physiotherapie, welche bereits auf zukünftige Anforderungen ausgelegt wurden. Die wichtigste der damals in Planung befindlichen neuen Aufgaben war die Errichtung einer Klinik für Innere Medizin. Im September 1997 erfolgte im Beisein vieler Gäste die Grundsteinlegung für diesen Neubau. Die Bundesrepublik Deutschland und der Freistaat Sachsen haben dafür nahezu 26 Mio. DM bereitgestellt. Das Bettenhaus für die Klinik konnte im Februar 1999 in Betrieb genommen werden. Nach mehrjähriger Unterbrechung hat damit das Fachgebiet der Inneren Medizin an unserem Standort wieder Einzug gehalten.

Erstmals in seiner 85jährigen Geschichte verfügt das DRK Krankenhaus über eine Intensivtherapiestation zur Behandlung schwer erkrankter Patienten und eine Notaufnahme mit allen zeitgemäßen Betreuungsmöglichkeiten zur Behandlung von vital bedrohten Patienten, außer bei chirurgisch zu versorgenden Unfällen.
Markant ist der völlig neu entstandene Haupteingang und Eingangsbereich unseres Hauses.

Neben diesen großen Baumaßnahmen hat es viele kleinere Veränderungen gegeben, beispielsweise:

Neubau Aufzug Frauenklinik
Errichtung eines Verbindungsganges zwischen Kinder-und Frauenklinik
Neubau Krankenpflegeschule

In den Jahren 1998 bis 2000 stand die Frauenklinik im Mittelpunkt unserer Bemühungen zur Renovierung und Sanierung der Altbausubstanz. Besonders wichtig war uns mit der Errichtung des Anbaus, die Aufenthaltsbedingungen für unsere Patientinnen bzw. der Mütter mit ihren Kindern zu verbessern.

Mit dem gleichen Ziel wird ab dem Jahr 2000 unsere Kinderklinik umgestaltet.
Neben Veränderungen auf den Stationen der Kinderklinik, wie z. B. die Neugestaltung des Bereiches zur Behandlung von Frühgeborenen bzw. kranken Neugeborenen wurden auch außen die Fassade und das Dach renoviert.

Zur Weiterentwicklung des operativen Profils und der Verbesserung der Arbeitsbedingungen in den operativen Bereichen fand Anfang 2002 die Realisierung einer großen Baumaßnahme ihren Abschluss. Es wurde eine allen modernen Standards entsprechende OP-Abteilung mit Sterilgutaufbereitung sowie der Pflegebereich für die Belegabteilung Chirurgie errichtet.

Für diese Maßnahme wurden nahezu 9 Mio. DM an Fördermitteln zur Verfügung gestellt und um weitere Eigenmittel unserer Gesellschaft ergänzt.

In dieser Belegabteilung sind niedergelassene Fachärzte für Chirurgie tätig. Um diese enge Verzahnung zwischen dem ambulanten und dem stationären Sektor zu befördern, wurde auf dem Gelände des DRK-Krankenhauses ein Ärztehaus mit Praxisräumen für niedergelassene Ärzte errichtet und im November 2001 in Betrieb genommen.

Bereits kurze Zeit später wurde ein weiteres Ärztehaus gebaut und 2003 seiner Bestimmung übergeben. In den neuen, großzügigen Räumlichkeiten des Ärztehauses 2 konnte unsere Physiotherapie Patienten nun zeitgemäß behandeln.

2005 wurde der Grundstein für die Errichtung des Ambulanten Operationszentrums gelegt. Nach eineinhalbjähriger Bauzeit standen ab Ende 2006 vier Eingriffsräume zur Verfügung. Hier werden heute abulante Operationen der Fachgebiete Chirurgie, Orthopädie, Gynäkologie, Urologie, Dermatologie und Augenheilkunde sowie Schrittmacher, Ports und Schmerzpumpen in Zusammenarbeit mit niedergelassenen Ärzten durchgeführt.

Im Untergeschoss ist eine interdisziplinäre Tagesklinik entstanden, die mit Sprechstundenzimmern und Behandlungsräumen eine qualifizierte tagesklinische, vor- und nachstationäre Betreuung bietet.

Ein weiteres Ärztehaus (Ärztehaus 3) ist Mitte 2007 in Betrieb genommen worden und mit diesem das Zentrum für Schmerztherapie und Palliativmedizin. Zudem beherbergt es auch den Hauptteil des Medizinischen Versorgungszentrums des Krankenhauses mit Praxen für HNO, Kinder- und Jugendmedizin, Augenheilkunde sowie Haut- und Geschlechtskrankheiten.

In den drei Ärztehäusern haben sich nunmehr 30 niedergelassene Ärzte nahezu aller Fachgebiete am DRK Krankenhaus Chemnitz-Rabenstein angesiedelt.

Ende 2008 wurde eigens für einen Magnetresonanztomografen ein würfelförmiger Anbau an die Abteilung für Radiologie errichtet. Dessen Rohbau wurde Mitte Oktober 2008 fertig gestellt. Das zwischen zwei Seitenflügeln des Haupthauses A eingefügte Gebaude war notwendig geworden, nachdem sich herausstellte, dass der Magnet des MRT mit seinen außerordentlichen Abmessungen und seinem massiven Gewicht nicht wie ursprünglich geplant im Keller unter der Röntgenabteilung eingebracht werden konnte. Ein anderer, architektonisch harmonischer und gleichzeitig zweckmäßigerer Standort ließ sich für diese beachtlichen Dimensionen nicht finden. Nach der Einbringung des MRT-Magneten im November 2008 erweitert der MRT seit Januar 2009 das Leistungsspektrum der Abteilung für Diagnostische Radiologie.

Nach einer Bauzeit von rund einem Jahr wurde im November 2009 der neue Verbindungsbau zwischen der Klinik für Kinder- und Jugendmedizin und der Frauenklinik in Betrieb genommen. Im neuen Gebäude entstanden für die Frauenklinik neue Patzientenzimmer und Funktionsräume. Für die Klinik für Kinder- und Jugendmedizin entstanden vor allem neue Eltern-Kind-Einheiten, in denen Mütter oder Väter während der Zeit des stationären Aufenthaltes Tag und Nacht bei ihrem Kind sein können.

Mit dem Neubau wurde die Frauenklinik mit der Klinik für Kinder- und Jugendmedizin räumlich Wand-an-Wand verbunden, sodass im Bereich der Geburtshilfe und Neonatologie neben dem fachlichen auch der räumliche Schulterschluss geschaffen wurde. Der Bereich der Neonatologie erhielt in den modernen Räumen auch die entsprechende technische Ausrüstung für die Behandlung von Frühgeborenen oder kranken Neugeborenen. Gemeinsam erfüllen die Frauenklinik und die Klink für Kinder- und Jugendmedizin die Bedingungen, die an ein Perinatalzentrum Level 2 gestellt werden. Das heißt, hier dürfen Frühgeborene oberhalb von 1.250 Gramm und/oder der 29. Schwangerschaftswoche betreut werden.

2011 wurde das vierte Ärztehaus am Standort Rabenstein in Betrieb genommen. Mit der baulichen Erweiterung wurden neue Übungs- und Behandlungsräume für das Zentrum für Physiotherapie und Gesundheitsförderung geschaffen und beherbert die Arbeitsräume des Zentrums für Histopathologie.

Bis Ende Februar 2012 folgten viele Erneuerungen am großen Bettenhaus hinter dem Hauteingangsportal, z. B. die neue Station für Kurzlieger (BC/H2/F4). Dies gipfelte in einer weiteren großen Baumaßnahme. Das Haus C wurde in einem Zeitraum von einem Jahr um eine neue Etage aufgestockt. Es entstand eine moderne Station für die Klinik für Innere Medizin mit den besonderen Brustschmerz- und Schlaganfalleinheiten. Diese Station ist zudem die erste, die mit dem neuen Multimediasystem für Patienten ausgestattet ist. Dieses Multimediasystem, das TV/Radio/Internet und Telefon vereint, wird bis 2015 auf allen weiteren Stationen im Hause installiert.

Seit 1. Juli 2013 sind die neue Aufnahme- und Kurzliegerstation und die zentralisierte Funktionsabteilung im DRK Krankenhaus Chemnitz-Rabenstein in Betrieb genommen worden. Ein stetiger Zuwachs an Patientenzahlen erforderte diese maßgeblichen Veränderungen. Die neue Aufnahme- und Kurzliegerstation bietet vor allem für Patienten Vorteile. So verkürzen sich Wege und Wartezeiten. Nötige Voruntersuchungen für die stationäre Aufnahme wie Blutabnahme, EKG etc. und die Erfassung der Patientendaten erfolgen auf dieser Station.

Zeitgleich und in direkter Nachbarschaft zur Aufnahmestation ist die Funktionsabteilung in neuen Räumen angesiedelt worden. Die bislang im Hause verteilten Untersuchungsräume wurden in dem aufwendig saniert und modernisierten Gebäudetrakt zentralisiert. So sind nun die Bedingungen für einen zeitgemäßen logistischen Ablauf der Untersuchungen geschaffen worden.

Ebenfalls im Juli 2013 sind die ersten Bäume neben der Medizinischen Berufsfachschule gefallen. Die Frauenklinik, von allen Seiten von Bäumen umgeben, wird erneut erweitert. Der dauerhaft gestiegene Zuspruch in den vergangenen Jahren machte diesen Schritt unumgänglich. Die neuen Räume – u.a. ein 100 m² großer Seminarraum mit etwa 50 Sitzplätzen im UG, ein zusätzliche Kreißsäle im EG und ein neuer Eingriffsraum für operative Entbindungen- sind im Juli 2014 in Betrieb genommen worden.

Etwas eher, im Mai 2014 wurde die neue Zentralsterilisation eingeweiht. Hier werden Operationsgeräte aus den beiden DRK Krankenhäusern Chemnitz-Rabenstein und Lichtenstein gereinigt und für die nächsten OPs vorbereitet.